Use and subjective experience of the impact of motor-assisted movement exercisers in people with amyotrophic lateral sclerosis: a multicenter observational study

PMID: 35688956
Publikation: 20200101
Autoren: André Maier, Marcel Gaudlitz, Torsten Grehl, Ute Weyen, Robert Steinbach, Julian Grosskreutz, Annekathrin Rödiger, Jan Christoph Koch, Teresa Lengenfeld, Patrick Weydt, René Günther, Joachim Wolf, Petra Baum, Moritz Metelmann, Johannes Dorst, Albert C. Ludolph, Dagmar Kettemann, Jenny Norden, Ruhan Yasemin Koc, Bertram Walter, Barbara Hildebrandt, Christoph Münch, Thomas Meyer, Susanne Spittel

Beschrei­bung:

Motor­un­ter­stütz­te Bewe­gungs­trai­ner (MME) sind Gerä­te, die Men­schen mit ALS bei der phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung im häus­li­chen Umfeld unter­stüt­zen. In die­ser beob­ach­ten­den Quer­schnitts­stu­die wur­den die sub­jek­ti­ven Erfah­run­gen mit der The­ra­pie und die Bereit­schaft der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer unter­sucht, eine Behand­lung mit einem motor­un­ter­stütz­ten Bewe­gungs­trai­ner wei­ter­zu­emp­feh­len.

Die Stu­die wur­de zwi­schen Febru­ar 2019 und Okto­ber 2020 an zehn ALS-Zen­tren durch­ge­führt und von der For­schungs­platt­form Ambu­lanz­part­ner koor­di­niert. Die Teil­neh­men­den bewer­te­ten die Schwe­re ihrer Beschwer­den, doku­men­tier­ten die Häu­fig­keit der Gerä­te­nut­zung und beur­teil­ten den sub­jek­ti­ven Nut­zen der The­ra­pie auf einer nume­ri­schen Ska­la von 0 bis 10 Punk­ten. Dabei ent­sprach ein Wert von 10 dem höchst­mög­li­chen Nut­zen. Die Bereit­schaft zur Wei­ter­emp­feh­lung wur­de mit­hil­fe des Net Pro­mo­ter Score (NPS) ermit­telt.

Die Daten von 144 Teil­neh­men­den wur­den aus­ge­wer­tet. 41 Pro­zent nutz­ten den Bewe­gungs­trai­ner ein- bis vier­mal pro Woche, 42 Pro­zent fünf- bis sie­ben­mal und 17 Pro­zent häu­fi­ger als sie­ben­mal pro Woche.

Beson­ders posi­ti­ve Ergeb­nis­se zeig­ten sich in fol­gen­den Berei­chen: Stär­kung des Erfolgs­er­leb­nis­ses (67 Pro­zent), Ver­rin­ge­rung des Gefühls stei­fer Glied­ma­ßen (63 Pro­zent), Ver­rin­ge­rung des Gefühls der Unbe­weg­lich­keit (61 Pro­zent), Ver­bes­se­rung des all­ge­mei­nen Wohl­be­fin­dens (55 Pro­zent) und Abnah­me der Mus­kel­stei­fig­keit (52 Pro­zent).

Teil­neh­men­de mit stär­ker aus­ge­präg­ter, selbst ein­ge­schätz­ter Mus­kel­schwä­che berich­te­ten häu­fi­ger über einen posi­ti­ven Ein­fluss der Behand­lung auf den Erhalt oder die Ver­bes­se­rung der Mus­kel­kraft (p < 0,05). Ins­ge­samt war der Net Pro­mo­ter Score mit +61 hoch.

Die Mehr­heit der Teil­neh­men­den (59 Pro­zent) nutz­te den Bewe­gungs­trai­ner zusätz­lich zur Phy­sio­the­ra­pie min­des­tens fünf­mal pro Woche. Die meis­ten Betrof­fe­nen berich­te­ten, ihre indi­vi­du­el­len The­ra­pie­zie­le erreicht zu haben. Dies zeig­te sich auch in der hohen Zufrie­den­heit mit der Behand­lung.

Die Ergeb­nis­se unter­stüt­zen den erwei­ter­ten Ein­satz motor­un­ter­stütz­ter Bewe­gungs­trai­ner als Bestand­teil einer umfas­sen­den Ver­sor­gung von Men­schen mit ALS.