Clinical and patient-reported outcomes and neurofilament response during tofersen treatment in SOD1-related ALS-A multicenter observational study over 18 months

PMID: 39031772
Autoren: Thomas Meyer, Peggy Schumann, Patrick Weydt, Susanne Petri, Jochen H. Weishaupt, Ute Weyen, Jan C. Koch, René Günther, Martin Regensburger, Matthias Boentert, Maximilian Wiesenfarth, Yasemin Koc, Felix Kolzarek, Dagmar Kettemann, Jenny Norden, Sarah Bernsen, Zeynep Elmas, Julian Conrad, Ivan Valkadinov, Maximilian Vidovic, Johannes Dorst, Albert C. Ludolph, Jasper Hesebeck-Brinckmann, Susanne Spittel, Christoph Münch, André Maier, Péter Körtvélyessy

Zusam­men­fas­sung

Ein­lei­tung und Ziel­set­zung: Für die durch Ver­än­de­run­gen im SOD1-Gen ver­ur­sach­te Amyo­tro­phe Late­ral­skle­ro­se (SOD1-ALS) erhielt Tofer­sen in den USA eine beschleu­nig­te Zulas­sung. Außer­halb der USA ist das Medi­ka­ment über Här­te­fall­pro­gram­me bezie­hungs­wei­se Pro­gram­me für einen erwei­ter­ten Zugang ver­füg­bar. In die­ser mul­ti­zen­tri­schen Stu­die wur­den kli­ni­sche Behand­lungs­er­geb­nis­se, Ein­schät­zun­gen der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sowie die Kon­zen­tra­ti­on der leich­ten Neu­ro­fi­la­mentket­te im Serum (sNfL) wäh­rend einer Tofer­sen-Behand­lung im Rah­men eines deut­schen Här­te­fall­pro­gramms unter­sucht.

Metho­den: Aus­ge­wer­tet wur­den die Daten von 16 Men­schen mit SOD1-ALS, die min­des­tens sechs Mona­te mit Tofer­sen behan­delt wor­den waren. Unter­sucht wur­den die Geschwin­dig­keit des Krank­heits­ver­laufs anhand der monat­li­chen Ver­än­de­rung der über­ar­bei­te­ten ALS-Funk­ti­ons­ska­la (ALSFRS‑R), die lang­sa­me Vital­ka­pa­zi­tät (SVC) als Maß der Atem­funk­ti­on und die sNfL-Kon­zen­tra­ti­on.

Zusätz­lich wur­den die von den Teil­neh­men­den selbst berich­te­ten Behand­lungs­er­geb­nis­se mit ver­schie­de­nen Fra­ge­bö­gen erfasst. Dazu gehör­ten der Mea­su­re Yours­elf Medi­cal Out­co­me Pro­fi­le (MYMOP2), der Tre­at­ment Satis­fac­tion Ques­ti­on­n­aire for Medi­ca­ti­on (TSQM‑9) und der Net Pro­mo­ter Score (NPS).

Ergeb­nis­se: Die mitt­le­re Behand­lungs­dau­er mit Tofer­sen betrug elf Mona­te und reich­te von sechs bis 18 Mona­ten. Die Geschwin­dig­keit des Krank­heits­ver­laufs ver­rin­ger­te sich rela­tiv um durch­schnitt­lich 25 Pro­zent. Bei sie­ben Teil­neh­men­den erhöh­te sich der ALS­FRS-R-Wert.

Die Atem­funk­ti­on blieb im Mit­tel sta­bil. Die lang­sa­me Vital­ka­pa­zi­tät lag durch­schnitt­lich bei 88 Pro­zent; die indi­vi­du­el­len Ver­än­de­run­gen reich­ten von einer Abnah­me um 15 Pro­zent bis zu einer Zunah­me um 28 Pro­zent.

Bei allen Teil­neh­men­den mit Aus­nah­me einer Per­son, die eine hete­ro­zy­go­te D91A-SOD1-Vari­an­te trug, sank die sNfL-Kon­zen­tra­ti­on. Im Durch­schnitt betrug die Abnah­me 58 Pro­zent. Die indi­vi­du­el­len Ver­än­de­run­gen reich­ten von einer Abnah­me um 91 Pro­zent bis zu einer Zunah­me um 27 Pro­zent.

In der Selbst­ein­schät­zung berich­te­ten zehn Teil­neh­men­de über eine Ver­bes­se­rung ihrer Beschwer­den. Sechs Per­so­nen nah­men zumin­dest ein teil­wei­ses Anspre­chen auf die Behand­lung wahr. Die all­ge­mei­ne Behand­lungs­zu­frie­den­heit war mit durch­schnitt­lich 83 von 100 Punk­ten hoch. Die prak­ti­sche Durch­füh­rung der Medi­ka­men­ten­ga­be wur­de mit durch­schnitt­lich 50 Punk­ten jedoch nur mäßig bewer­tet. Der Net Pro­mo­ter Score von +80 zeig­te eine sehr hohe Bereit­schaft, die Behand­lung mit Tofer­sen wei­ter­zu­emp­feh­len.

Schluss­fol­ge­run­gen: Die Daten aus dem deut­schen Här­te­fall­pro­gramm unter­stüt­zen ein kli­ni­sches und bio­mar­ker­be­zo­ge­nes Anspre­chen auf Tofer­sen bei SOD1-ALS. Auch die Ein­schät­zun­gen der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zei­gen eine über­wie­gend posi­ti­ve Wahr­neh­mung der Behand­lung unter den Bedin­gun­gen der medi­zi­ni­schen Pra­xis.