ALSFRS-R-SE – eine selbsterklärende Version der ALS-Funktionsskala für Patienten und professionelle Nutzer

Die ALS-Funk­ti­ons­ska­la ALSFRS‑R erfasst Ein­schrän­kun­gen beim Spre­chen, Schlu­cken, Bewe­gen und Atmen. Sie ist ein wich­ti­ges Instru­ment zur Beur­tei­lung des Krank­heits­ver­laufs. Aller­dings exis­tier­ten im deutsch­spra­chi­gen Raum unter­schied­li­che Über­set­zun­gen, und eini­ge Fra­gen waren für Betrof­fe­ne nicht ein­deu­tig ver­ständ­lich.

In einem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren haben 18 Fach­leu­te des Deut­schen Netz­werks für Moto­neu­ro­n­er­kran­kun­gen die Ska­la des­halb über­ar­bei­tet. Die neue Ver­si­on trägt die Bezeich­nung ALS­FRS-R-SE, wobei „SE“ für „selbst­er­klä­rend“ steht. Sie ori­en­tiert sich eng am eng­li­schen Ori­gi­nal und ergänzt kur­ze Erläu­te­run­gen zu ein­zel­nen Fra­gen und Ant­wort­mög­lich­kei­ten.

Die neue Fas­sung soll eine ein­heit­li­che­re Beant­wor­tung ermög­li­chen – sowohl durch medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal als auch durch Men­schen mit ALS und ihre Ange­hö­ri­gen. Das ist ins­be­son­de­re für die digi­ta­le Selbst­er­fas­sung zu Hau­se von Bedeu­tung. Ver­än­de­run­gen im Krank­heits­ver­lauf kön­nen dadurch zwi­schen den Ter­mi­nen im ALS-Zen­trum regel­mä­ßi­ger doku­men­tiert wer­den.

Die Publi­ka­ti­on beschreibt vor allem die Ent­wick­lung der neu­en Ska­la. Ob die ALS­FRS-R-SE tat­säch­lich zuver­läs­si­ger oder genau­er ist als bis­he­ri­ge Fas­sun­gen, muss durch wei­te­re Unter­su­chun­gen bestä­tigt wer­den. Ins­ge­samt bil­det sie jedoch eine wich­ti­ge Grund­la­ge für eine ver­ständ­li­che und stan­dar­di­sier­te Erfas­sung des ALS-Ver­laufs.


9. Januar 2023