Neurofilament light chain response during therapy with antisense oligonucleotide Tofersen in SOD1-related ALS – treatment experience in clinical practice

PMID: 36928619
Autoren: Thomas Meyer, Peggy Schumann, Patrick Weydt, Susanne Petri, Yasemin Koc, Susanne Spittel, Sarah Bernsen, René Günther, Jochen H. Weishaupt, Marie Dreger, Felix Kolzarek, Dagmar Kettemann, Jenny Norden, Matthias Boentert, Maximilian Vidovic, Christian Meisel, Christoph Münch, André Maier, Peter Körtvélyessy

Bei Men­schen mit ALS und Muta­tio­nen im SOD1-Gen (SOD1-ALS) steht seit Febru­ar 2022 das Medi­ka­ment Tofer­sen im Rah­men eines Här­te­fall­pro­gramms zur Ver­fü­gung. Durch das gene­ti­sche Scree­ning-Pro­gramm „Id-ALS“ konn­ten bis­her 31 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit SOD1-Muta­tio­nen iden­ti­fi­ziert wer­den. Bis zum heu­ti­gen Datum konn­ten 18 Teil­neh­mer des Scree­ning-Pro­gramms in das Här­te­fall­pro­gramm über­führt und mit Tofer­sen behan­delt wer­den.

Davon wur­den sechs Pati­en­ten wis­sen­schaft­lich ana­ly­siert, die eine län­ge­re Behand­lungs­zeit (5–7 Mona­te) auf­wei­sen. Die Ergeb­nis­se die­ser ers­ten Ana­ly­se wur­den am 16. März 2023 in der US-ame­ri­ka­ni­schen Fach­zeit­schrift „Mus­cle & Ner­ve“ publi­ziert. In die­ser Publi­ka­ti­on wur­de gezeigt, dass die Tofer­sen-The­ra­pie bei allen sechs behan­del­ten Pati­en­ten zu einer raschen und deut­li­chen Abnah­me des Bio­mar­kers Neu­ro­fi­la­ment light chain (NfL) führ­te.

Damit konn­ten die Ergeb­nis­se aus der inter­na­tio­na­len Pha­se 3‑Studie zu Tofer­sen (VALOR Stu­dy) repro­du­ziert und erwei­tert wer­den. Neben der Bestä­ti­gung der bis­he­ri­gen Stu­di­en­da­ten wur­de nach­ge­wie­sen, dass auch Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit beson­de­ren Ver­läu­fen (sehr lang­sa­mer Ver­lauf oder mit beson­ders hoher Pro­gres­si­on) – die auf Grund der Ein­schluss­kri­te­ri­en bei der VALOR Stu­dy nicht ein­be­zo­gen wur­den – eben­falls eine rasche NfL-Reduk­ti­on zeig­ten. Ins­ge­samt stüt­zen die Ergeb­nis­se den the­ra­peu­ti­schen Effekt von Tofer­sen und die Eig­nung von NfL als The­ra­pie­mar­ker der ALS.

Es han­delt sich hier­bei um die ers­te publi­zier­te Ana­ly­se von Tofer­sen in der kli­ni­schen Anwen­dung – nach den ver­öf­fent­lich­ten Daten der Pha­se 3‑Studie.

Die Ana­ly­se ent­stand durch eine Zusam­men­ar­beit der ALS-Ambu­lanz der Cha­ri­té, dem gene­ti­schen Scree­ning-Pro­gramm von Ambu­lanz­part­ner sowie den ALS-Zen­tren in Bonn, Han­no­ver, Dres­den, Mann­heim und Müns­ter. Das gene­ti­sche Scree­ning-Pro­gramm wur­de durch Ambu­lanz­part­ner rea­li­siert und durch eine For­schungs­fi­nan­zie­rung der Fir­ma Bio­gen geför­dert. Die wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­se der kli­ni­schen Effek­te und der NfL-Ver­läu­fe wur­de durch die Boris Canes­sa ALS Stif­tung sowie den Mar­tin Her­ren­knecht Fonds für ALS-The­ra­pie­for­schung unter­stützt.

Autor: Prof. Dr. Tho­mas Mey­er